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Montag, 14. April 2008

Iowa, Mehlman's und Rio de Janeiro

Wie jedes Jahr schloss ich mich auch in diesem Jahr wieder einer kleinen Rundreise durch die USA an, die meine Freunde aus Cincinnati organisieren. Da diesmal lediglich 4 Tage Iowa geplant waren (es ist halt eine weite Anreise per Auto aus dem südlichen Ohio), habe ich für mich zusätzlich einige Tage vorab im Raum Chicago eingeplant und anschließend zudem noch einige kleine Abstecher per Flugzeug in den Süden. Ich bitte zu entschuldigen, dass ich hier selten Wagennummern angebe – ich schreibe mir diese fast nie auf und entdecke diese dann erst später, wenn ich die Diafilme bearbeite. Vielleicht regen meine Ausführungen hier ja zu dem einen oder anderen Besuch der erwähnten Betriebe und/oder Museen ein. Probleme mit der Sicherheit (sprich der Terrorwarnstufe „Orange“) gab es nicht wirklich. Bei den besuchten Betrieben viel nur die South Shore negativ auf (aber im Depot dort hätte es vermutlich auch nichts interessantes zu sehen gegeben).

1. Tag - Chicago: South Shore
Eine Depotbesichtigung bzw. Führerstandsmitfahrt wurde mir leider vorab angesichts der sogen. "Sicherheitslage" verwehrt (ich hatte auch gar nicht mit einer Zusage gerechnet ... die South Shore ist halt eine "Eisenbahn"), so blieb nur eine reguläre Bereisung. Aufgrund der ziemlich hohen Fahrpreise und doch recht spärlichen Zugfolge habe ich (und ein aus San Francisco angereister Freund) mich dann doch für eine Bereisung per Auto entschlossen. An der Endstelle in Chicago schnell noch einige Fahrpläne geholt (hatte die Internetausdrucke im Hotel vergessen). Zuerst fuhren wir noch schnell die S-Bahn nach Ost-Chicago ab, die hier wie eine Überlandbahn in Straßenmitte (wenn auch mit Zaun) verkehrt - leider zeigte sich kein Zug. Die meisten Stationen sind leider bereits modernisiert. In Gary (Metro) dann erstes
Treffen mit der South Shore. Der Bahnhof mit Mittelbahnsteig – ähnlich einer Hochbahnstation - ist nicht wirklich zum Fotografieren geeignet, zumal das Abstellgleis dahinter (mit einem Zug belegt) nur von der Schnellstraße aus einsehbar ist. Da ich die South Shore bereits vor 2 Jahren abgefahren bin (damals im Zug) und unterwegs wenig Zeit für Fotos hatte, wollte ich mir dieses Jahr speziell die in Michigan City in der 11. Straße verlaufende eingleisige Strecke ansehen. Das hübsche alte Empfangsgebäude ist leider stillgelegt. Die "Durchfahrt" eines 6-Wagenzuges ist dennoch sehr imposant; an der Kreuzung bekommt der Zug kein grünes Licht und mit viel Lärm zuckelt er - unbeeindruckt vom Verkehrschaos ringsherum - dann Richtung Chicago. Da der nächste Zug erst in 1 1/2 Stunden erwartet wird fahren wir weiter nach Beverly Shores, wo eines der ursprünglich typischen kleinen Bahnhofshäuschen im mexikanischen Landhausstil restauriert steht (allerdings als lokales Museum genutzt). Der Betriebshof in Michigan City ist von außen kaum noch einsehbar und nachdem uns der Sheriff in seinem SUV auf dem Mitarbeiterparkplatz etwas grimmig anschaute, fuhren wir lieber schnell weiter - das Schild "nur für Mitarbeiter" war aber auch wirklich leicht zu übersehen (und der öffentliche P+R-Parkplatz bis zum letzten Platz gefüllt)...

Für einen Zug war es in Beverly Shores noch zu früh, also weiter zum Sitz der Gesellschaft im Bahnhof Dune Park (hier war nur noch 1 Parkplatz frei auf dem P+R-Platz). Hier wurden wir von zwei durchfahrenden Dieselloks (gekuppelt) der South Shore überrascht, die wohl schnell (es fühlte sich an, als ob ein ICE durchrauscht) die Strecke freimachen mussten um den nächsten Personenzug nicht aufzuhalten. Schade, dass der Güterverkehr nicht mehr elektrisch gefahren wird. Noch schnell den Planzug fotografiert und dann weiter zurück nach Chicago. Leider machte uns der einsetzende Feierabendverkehr und die fehlenden Parkmöglichkeiten (unterwegs verloren wir dann auch noch etwas die Orientierung, warum fährt die Bahn auch nicht immer entlang der Straßen...) etwas zu schaffen, also zurück zum Hotel. Für den ersten Tag reichte das auch, die Zeitverschiebung machte sich bei uns beiden bemerkbar. Vom Auto aus haben wir zahlreiche gute Fotostandpunkte gesehen, die wir bei einem künftigen Besuch dann gewiss aufsuchen werden, hoffentlich ist bis dahin die Ortsdurchfahrt in Michigan City noch nicht von der geplanten Umgehungsstrecke abgelöst.

2. Tag - Kenosha und East Troy:
Auch Kenosha hatten wir vor 2 Jahren schon besucht. Damals fuhr nur ein PCC-Tw im Linienbetrieb (wie immer) und um einfach mehr Fotomöglichkeiten zu haben, hatte ich vorher eine Sonderfahrt bestellt. Mittags fuhr dann noch ein dritter Tw, der vom Musikfestival bestellt wurde, welches am "äußeren Ende" der Ringstrecke abgehalten wurde. Ein sehr freundlicher Fahrer ermöglichte uns diverse Fotohalte und auch die beiden nachfolgenden Wagen spielten perfekt mit. Die Fahrgäste wollten natürlich immer in den ersten (unseren) Wagen einsteigen, aber da die beiden anderen oft direkt nachfolgten war dies kein Problem, manche nutzen gar die Möglichkeit selbst Fotos zu machen. Ein Freund aus Chicago und eine neue Bekanntschaft aus den Südstaaten hatten sich uns in Kenosha angeschlossen. Eine Depotbesichtung bildete den Abschluss unseres Besuchs. Weiterfahrt nach East Troy. Hier hatte ich eine weitere Sonderfahrt organisiert mit dem Strafford-Tw ex Philadelphia & Western. Anders als bei der Sonderfahrt vor zwei Jahren befuhren wir auch das letzte Stück der Strecke (Verbindung zur Eisenbahn) und zudem erstmals (für mich) die Güterstichstrecke in East Troy. Zahlreiche Fotohalte an den besten Lokationen (in Funkabstimmung mit dem regulär verkehrenden Tw ex Milwaukee) wurden natürlich eingelegt. Güterverkehr scheint kaum noch stattzufinden, die Museumsbahn hingegen war gut besucht. Nach einem Depotbesuch (nächstes Mal mieten wir gewiss den Sheboygen-Überland-Tw) erfuhren wir noch, dass abends eine Bierbahn verkehrt. Dies war ein ET-Pärchen ex South Shore, normalerweise eingesetzt als rollendes Restaurant. Mit dem Auto konnten wir dies sehr schön verfolgen und das Fahrpersonal (das gleiche wie bei unserer Sonderfahrt zuvor) winkte eifrig. Da muss man einfach wiederkommen! Auf dem Rückweg dann ein nicht so schönes Ereignis: an einer der Kassenstellen (Toll Plaza) auf der Autobahn brannte ein LKW vier Fahrspuren entfernt (hinter einer niedrigen Betonwand) und während die Feuerwehr noch löschte explodierte der Tank. Der Druck war deutlich zu spüren. Wir mussten also die Spur benutzen, die nicht zum Barzahlen geeignet war, zum Glück ist bis heute kein Strafzettel über die Autovermietung gekommen. Abends besuchten wir einen weiteren Freund (Busfahrer in Chicago), der uns per Auto und zu Fuß einige erhaltene Stationen der North Shore Überlandstrab zeigte, bevor wir dann in ein deutsches Pfannkuchenhaus einzogen.

3. Tag - Fox River und Union:
Meine letzte Sonderfahrt hatte ich für Fox River geplant. Auch dort verkehren ja meistens die gleichen Wagen und die hatte ich vor 2 Jahren bereits im Einsatz gesehen. Mit lag der PCC-„Gelenkzug“ ex Chicago am Herzen, der scheinbar nur selten benutzt wird. Da wir wie verabredet 1 Stunde vor Öffnung des Museums eintrafen, hatten wir die Strecke ganz für uns allein. Bei den zahlreichen Fotohalten mussten wir (mangels Hochbahnsteigen unterwegs) immer durch die Fronttür und dann per der im Wagen mitgeführten Holzklappleiter runter- und raufklettern. Anschließend war noch Zeit für eine reguläre Mitfahrt mit dem ältesten Chicago-Aurora & Elgin-Tw und auch einem der älteren (pre-PCC) Chicagoer U-Bahnwagen. Jetzt wurde es Zeit zum Museum nach Union zu fahren, früher hätte man das mit der Überlandstraßenbahn direkt von Fox River (Elgin) aus machen können… Dort angekommen überraschte uns der große andrang kaum. Es war „Thomas (the Tank Engine) Day“. Tausende von Kleinkindern mit Eltern hatten das Museum komplett in Beschlag genommen. Das wussten wir natürlich vorher. Der Vorteil war, das an diesem Tag halt mehr Material eingesetzt wurde als an einem regulären Öffnungstag: 4 Straßenbahnen auf dem Museumsring und zwei elektrische Züge (ein North Shore-Pärchen und zudem ein 3-Wagenzug alter U-Bahnen aus Chicago – plus der Diesel-Eisenbahnzug) auf der „Main Line“ und zusätzlich noch der Thomas-Zug mit Dieseltraktion und dem Thomas-„Dummy“ (den wir ignorierten, schließlich war „Toby the Tram“ nicht anwesend). Auch eine Fotomöglichkeit mit dem „Fat Controller“ ließen wir verstreichen, die Schlangen waren riesig. Insgesamt ein sehr interessanter Tag in Union, und wir sollten auf dieser Reise noch 2x erneut dorthin kommen. Abends dann ein Diaabend bei einem Freund in Chicago.

4./5. Tag - Cincinnati:
Per Mietauto ging es von Chicago nach Cincinnati. Unterwegs schauten wir uns noch das hübsche Stadtzentrum von Lafayette an und die riesigen Maisfelder Indianas konnten wir bei einer unfallbedingten Umleitung über unbefestigte Landstraßen kennen lernen. In Cincinnati gibt es ja leider keine Straßenbahnen mehr und die geplante Stadtbahn (mit Nutzung des vorhandenen Innenstadttunnels aus den 20er Jahren, der nie in Betrieb ging) ist politisch tot. Aber in Newport gibt es ein nettes Hofbräuhaus und mit dem restaurierten Ford A (Baujahr 192x) eines Freundes fuhren wir die ehemaligen Straßenbahnhighlights (und da gab es viele, Cincinnati ist sehr hügelig) ab. Den geplanten Besuch der Trolleybusse in Dayton ließen wir ausfallen. Ich war dort schon vor einem Jahr.

6. Tag - Union:
Am 6. Tag ging es wieder zurück nach Chicago, diesmal im Konvoi (unserem „Sedan“ und 2 „Vans“) mit 14 Leuten. Am späten Nachmittag trafen wir in einem dann schon ziemlich leeren Museum (Union) ein. Die Zelte vom Thomas-Day standen noch doch es herrschte öde Leere. Wir hatten viel Zeit uns alle Abstellhallen anzusehen. Union hat ja hunderte von Wagen, leider fahren immer nur wenige davon und viele müssen erst noch restauriert werden, obwohl fast alle fahrfähig sind). Mit einem Illinois Traction-Tw machten wir anschließend eine Sonderfahrt (hier war ich nur Gast) über den Ring und dann 2x über die Main Line. Diesmal waren natürlich Fotohalte möglich (nicht im regulärem Fahrbetrieb) und einige der Teilnehmer durften sogar den Wagen selbst fahren. Schade, dass es sich um den an diesem Tag regulär eingesetzten Wagen handelte, der auch schon am Thomas-Day fuhr und auch bei meinem dritten Besuch wider fuhr. Mit Einbruch der Dunkelheit fuhren wir zurück ins Hotel nach Chicago (Arlington Heights).

7. Tag - Chicago, Rockford & Dubuque:
Das eigentliche Ziel der diesjährigen Rundfahrt, Iowa, erreichten wir an diesem Tag erstmals. Zuvor besuchten wir morgens noch die Hauptwerkstatt der U-Bahn von Chicago in Skokie. In zwei Gruppen wurden wir „helmtragend“ herumgeführt. Leider gibt es kaum Sonderfahrzeuge im Betrieb, aber zwei Flachwagen und einige Rangiergeräte konnten wir fotografieren, sowie einen Schleifzug (der interessante aus alten Hochbahnwagen umgebaute Vorgänger ist leider schon Geschichte). Insgesamt ein sehr interessanter Besuch, zumal wir den Museumszug in der Werkstatthalle vorfanden. Er wird leider nunmehr nur noch sehr selten eingesetzt. In Rockford fand eine Sonderfahrt mit dem dort vorhandenen Brill-Nachbau statt. Er wird durch einen VW-Motor angetrieben (Propangas) und rumpelt über eine (Güter-)Eisenbahnstrecke, die noch in Betrieb ist. Die Betriebssaison war bereits beendet aber für uns machte man eine Ausnahme und verzögerte die Wintereinmottung. Die Fahrten können aus Sicherheitsgründen immer nur an Tagen stattfinden, an denen die Eisenbahn nicht verkehrt – man wechselt sich also ab. Wir hörten, das ein neues Fahrzeug den bisherigen Tw ablösen soll. In Dubuque hatten wir dann endlich Iowa erreicht. Eine kleine Standseilbahn führt hier an Stelle einer Straße hinauf in ein Wohngebiet auf einem Berg. Im Dunkeln dann weiterfahrt bis Mason City.

8. Tag - Mason City:
Nach der langen Fahrt am Vortag konnten sich 50% der Freunde am nächsten Tag nicht dazu aufraffen, den morgendlichen Rangierbetrieb auf der elektrischen Güterbahn (früher eine Überlandstraßenbahn zwischen Mason City und Clear Lake) anzusehen. Wir anderen wurden dafür reichlich (mit Fotomotiven) belohnt. I.d.R. stehen zwei der 4 E-Loks nahe der Übergabestelle zur Eisenbahn bzw. an der 19. Straße am Abzweig zum Industriekunden AGP. Das Personal erscheint per Auto und führt dann die Rangierbewegungen durch. Später dann werden die Loks dort wieder abgestellt. Einige aus unserer Gruppe fuhren anschließend noch zum Depot Emery, wo später weiteres Rangieren stattfand (benachbarter Schrotthändler), leider habe ich das verpasst. Nachmittags trafen wir uns dann alle am Depot und zusammen mit diversen weiteren Straßenbahnfreunden aus der Umgebung (teilweise auch aus Chicago und St. Louis) um mit dem vorhandenen Museums-Tw ex North Shore eine Sonderfahrt zu machen. Leider konnten wir aufgrund des schlechten Gleiszustandes nicht die Strecke nach Clear Lake befahren und auch nicht den östlichen Abschnitt der 19. Straße. In Clear Lake gibt es ein Museum, leider geschlossen. Es soll aber noch ein PCC aus San Francisco vorhandensein dort. Unser Museumswagen gehörte früher auch zu diesem Museum und war dort beheimatet. Unsere Sonderfahrt wurde sogar von der örtlichen Presse begleitet, scheinbar finden sich selten so viele Fans auf einmal ein. In der Wagenhalle in Emery steht noch ein Überland-ATw (ebenfalls ex North Shore), der aber scheinbar nicht mehr fahrfähig ist. Im Freigelände sind zahlreiche Güterwaggons zu finden und urige Schneepflüge. Unsere Sonderfahrt wurde sogar unterbrochen um einen weiteren Verschub von Güterwagen durchzuführen, weitere schöne Fotografiermöglichkeiten für uns (und für alle jene, die es morgen nicht geschafft hatten). Besucher sollten sich darauf einstellen, dass nur morgens regulärer Rangierbetrieb stattfindet – wenn überhaupt. Danach ruht der Betrieb.

9. Tag - Boone:
Die Boone & Scenic Valley Railroad war früher eine Überlandstraßenbahn (Ft. Dodge, Des Moines & Southern). Heute wird die „Main Line“ nur von Diesel- und Dampfzügen betrieben, die Fahrleitung ist lange entfernt. In der Stadt Boone selbst verkehrt allerdings auf einer kleinen Strecke ein Überland-Straßenbahnwagen, der früher einmal in Charles City zu Hause war. Das Museum beherbergt auch einige South Shore-Wagen, die fallweise auch auf der elektrifizierten Strecke verkehren sollen, aber früher primär als Personenwagen für die Dampfbahn herhielten. Leider fand sich niemand, der uns den in einer Wagenhalle stehenden sogen. Jones-Tw aus Des Moines zeigen konnte. Scheinbar ist die Aufarbeitung dieser Straßenbahn derzeit eingestellt. Die Boone & Scenic Valley Railroad ist bekannt für die chinesische Dampflok JS8419 (2-8-2-), letztgebaute Dampflok des Werks Datong – sie kam 1989 nach Boone. Während meine Freunde mit der Dampfbahn fuhren unterhielt ich mich lieber mit dem Straßenbahnfahrer, eine weitere Fahrt damit viel aufgrund fehlender Fahrgäste leider aus (die fuhren alle mit der Eisenbahn). Auf dem Weg zum Motel nahe Iowa City sahen wir einen alten Straßenbahnwagen, der als Schuppen genutzt wurde. Leider war es für eine Erkundungstour schon zu spät und der Regen zog auf für sein Schauspiel am nächsten Tag.

10. Tag - Mount Pleasant:
Einmal im Jahr findet an einigen Tagen die Midwest (oder auch Old) Threshers Reunion statt. Es ist vergleichbar mit einem County Fair in den USA, also einer Mischung aus Rummelplatz und lokalem „Bauernfest“. Hier verkehrt eine schmalspurigen Dampfbahn und es werden Dampftraktoren und ähnliche ländliche Museumsfahrzeuge präsentiert. Die Teilnehmer der Reunion bringen Ihre Wohnwagen hierher. Neben den Festaktivitäten gibt es also einen riesigen Campingplatz und besonders hierfür wurde die Straßenbahn gebaut: Unser Ziel war natürlich die Ringstraßenbahn. Sie verkehrt zwar auch außerhalb der Reunion, doch während dieses Festes im Herbst wird im 3-Minuten-Takt gefahren, mit allem was vorhanden ist: zwei offenen Tw aus Rio de Janeiro, ein Peter-Witt-Tw aus Mailand, ein Überland-Tw ex Chicago, Aurora & Elgin, einem Tw ex Waterloo, Cedar Falls & Northern (ex Knoxville) und ein kleiner Überland-Tw der Southern Iowa Railway (der leider nicht fuhr). Zudem ist ein ATw aus Boston vorhanden. Die früher vorhandenen zwei PCCs aus Bosten wurden gegen den Ventotto-Tw aus Mailand eingetauscht (der kam vom Fahrzeughersteller Hersteller Gomaco, die PCCs gingen dorthin). Während unseres Besuchs in Mount Pleasant hat es leider fast durchgehend geregnet. Es war der einzige Tag auf meiner Reise, bei dem das Wetter gar nicht
mitspielte. Zum glück blieben die beiden (seitlich) offenen Tw aus Brasilien aber den ganzen Tag im Einsatz. Etwas gewöhnungsbedürftig ist das Bezahlen. Nur am „Main Depot“ kostet das Einsteigen Geld. Nach einer kompletten Runde kann man aber i.d.R. sitzen bleiben und wird dadurch nicht erneut zur Kasse gebeten. Wenn man immer nur an den Unterwegshaltestellen ein- und aussteigt, fährt man gänzlich kostenlos – nun, den Eintritt zum Gelände muss man sowieso bezahlen. Die meisten regulären Fahrgäste steigen aber am „Main Depot“ brav aus. Ich hatte eine Tageskarte gekauft und konnte diese später an einen Freund verschenken, der nicht zusammen mit unserer Gruppe angereist war. Trotz des Regens bin ich kaum nass geworden und es ergaben sich auch noch zahlreiche gute Fotomotive, wenn auch gänzlich ohne Sonne und blauen Himmel. Am Nachmittag hieß es dann Abschied nehmen von den Freunden aus Cincinnati. Sie fuhren zurück nach Hause, während ich mit dem Freund aus S.F. erneut nach Chicago fuhr. Für alle eine lange Fahrt. Schade, dass es im Land der unbegrenzten Möglichkeiten eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf den „Autobahnen“ gibt…

11. Tag - Union:
Dreimal das gleiche Museum in einer Woche? Ja, Union ist es allemal wert. Heute war Labor Day, sprich ein dichterer Takt mit mehreren Fahrzeugen aufgrund der Besucherströme. Noch immer waren die Zelte vom Thomas-Day vorhanden, doch mit zahlreichen Besuchern machte das ganze Museum einen sehr geschäftigen Eindruck. Zu meiner Freude öffnete sich plötzlich die Tür der Obushalle und nachdem ich schnell einige Fotos darin machen konnte, bevor sich die Türen wieder schlossen wurde ein Trolleybus ex Chicago herausgefahren. Mit diesem wurde dann den ganzen Tag gefahren, mit einem ziemlichen Tempo! Interessant ist das Oberleitungsdreieck (in den USA „Wye“ genannt) nahe dem Museumseingang. Mit Fahrgästen wird hier ruckzuck hinein- und dann rückwärts wieder heraus gefahren. Gute Fotomotive mit der Hochbahnhaltestelle im Museum und den zusätzlich kreuzenden Straßenbahnen auf dem Ring. Auf der „Main Line“ verkehrten neben dem Dieselzug heute ein Überland-Tw der Chicago, Aurora & Elgin sowie ein PCC-Pärchen der U-Bahn Chicago (einer mit Trolleystange, der andere ohne). Gegen Abend zog ein Wirbelsturm auf, den wir aber hinter uns lassen konnten zurück auf dem Weg nach Chicago.

12./13 Tag - New Orleans:
Am nächsten morgen ließ ich mich zum Flughafen bringen während der Freund noch vor dem Rückflug nach Kalifornien die neue „Pink Line“ der U-Bahn erkundete. Passende Werbebuttons dafür hatten wir bereits in der HwSt Skokie bekommen. Ich flog nach New Orleans, um zu sehen, wie sich die Stadt und die Straßenbahn von dem schrecklichen Sturm und anschließendem Hochwasser erholt. Der Flughafen machte einen Eindruck wie früher (wenn auch leerer), lediglich die Schlangen am Flughafentransfer-Minibusschalter zeigten, dass nicht alles so ist wie es früher war = es sind halt sehr wenig Touristen in der Stadt. Die Fahrt in die Stadt zeigte deutlich die spuren des Hochwassers. Überall Häuser mit der Kennzeichnung an der Front, die bei der ersten Durchsuchung nach Überlebenden von den Rettungskräften angebracht wurden. Die untere Zahl unter dem „X“ zeigte an, wie viele Leichen gefunden wurden. Zum Glück sieht man auch viele mit einer Null an dieser Stelle. Selbst am Depot Carrollton war die Kennzeichnung noch angebracht. Viele der Häuser entlang der Einfallstraße waren eindeutig unbewohnt und auch unbewohnbar. Mein Hotel im French Quarter wurde wohl nicht geplündert, so der Portier, hatte aber einen Schaden am Dach durch den Sturm und war lange geschlossen. Das Hotel sucht – wie viele andere - dringend Personal. Die Mehrheit der ursprünglichen Einwohner (primär die unteren Bevölkerungsschichten) sind noch nicht nach N.O. zurückgekehrt und werden es wohl auch nicht tun (wohin auch, wenn das Haus zerstört ist). Das French Quarter zeigte keinerlei Schäden aber es war deutlich zu sehen, das wenig Touristen unterwegs waren. Mein Ziel für den Rest des Tages war die aber Straßenbahn. Einige Wochen zuvor war der Fahrpreis wieder eingeführt worden. Tageskarten gibt es derzeit keine, also jedes Mal 1,25 Dollar in die Zahlbox einwerfen, „Transfers“ kosten 25ct extra. Es verkehren nur wenige Buslinien und bei der Straßenbahn herrschte ein 20 Minuten-Verkehr auf der Canal-Linie (sprich alle 40 Minuten ein Wagen vom French Market ehemals Esplanade auf der Riverfront-Linie nach Cemeteries bzw. City Park/Museum). Jede Linie benötigt zwei Fahrzeuge, zusätzlich verkehrte ein Tw alle 40 Minuten auf der Riverfront-Linie. Es waren nur grüne Perley Thomas-Wagen im Einsatz, der einzige nicht „abgesoffene“ modernisierte Perley Thomas-Wagen der Riverfront-Linie (seit kurzem blau lackiert) war leider defekt und stand im Depot Canal. Der lange Takt machte die Fotostops natürlich zu einer mühsamen Tortur. So nahm ich mitunter auch den auf der Canal verkehrenden SEV-Bus, allerdings kostete es viel Geld, da ich ja immer neu bezahlen musste (wenn ich nicht gerade ein „Transfer“ gekauft hatte). Für die St. Charles Linie (Bus-SEV) blieb am ersten Tag keine Zeit. Am zweiten Tag hatte ich mich mit Elmer von Dullen verabredet. Er war bis vor einem 3/4 Jahr der Werkstattleiter und „Erfinder“ der Neubau-Tw der Reihe 2000, die ja leider alle im Wasser standen und daher nicht mehr einsetzbar sind. Jetzt ist er pensioniert und schien sich darüber zu freuen, mal wieder etwas die Straßenbahn zu sehen. Zuerst fuhr er mich in seinem Auto durch die verwüstete Stadt, vor allem dorthin, wo die Dämme gebrochen waren. Heute sieht alles ziemlich harmlos aus, die meisten Müll- und Schuttberge sind verschwunden (es muss damals fürchterlich gestunken haben), viele Häuser sind schon abgerissen, die anderen unbewohnten stehen einfach so rum. Man sieht sehr wenig Leute, nur hier und da werden Häuser renoviert oder sogar neugebaut (oftmals Arzt- oder sonstigen Praxen). Danach fuhren wir die St. Charles Line ab und er hielt hier und da an um mit den Bauarbeitern der Fremdfirma zu sprechen, die hier gerade die Oberleitung austauschen (bei meinem Besuch waren fast alle der Oberleitungsmasten neu gesetzt, von der Oberleitung selbst fehlte aber jede Spur).Das Depot Carrollton machte einen mitgenommenen Eindruck. Überall liegt Müll herum und in den Hallen stehen mehr KFZ als Tw. Das hat es früher nicht gegeben, so Elmer. Wir sahen einige in Reparatur befindliche Wagen. Vor einigen Hallengleisen hat der Subunternehmer vergessen, die Oberleitung herunterzunehmen, die war halt im Plan nicht eingezeichnet. Nun, die gesamte Linie sollte ja sowieso eine neue Oberleitung erhalten, der Sturm hat es nur verzögert. Ab Ende 2007 will man hier wieder fahren, ab Ende 2006 sogar von der Canal bis zur Schleife Lee Circle. Im Prinzip sind genügend alte Perley Thomas-Wagen vorhanden, um alle 4 Linien zu bedienen. Nachdem ich mich von Elmer verabschiedet hatte, fuhr ich mit dem Bus-SEV nochmals die St. Charles Linie ab. Der Verkehr staut sich gelegentlich fürchterlich, nur wenige Ampeln abseits der Ausfallstraßen funktionieren wieder. Per Bus (mit Umsteigen und langen Wartezeiten) fuhr ich sodann zum Depot Canal und ging um den komplex herum. Das mobile Unterwerk aus Boston steht direkt an der Mauer außerhalb des Depots. Das Depot selbst war verschlossen (und abgeriegelt), mit dem Tele konnte ich einige der Tw mit Wasserschaden erlegen, auch zahlreiche grüne Wagen standen dort. Dann nochmals zu den Endstellen Cemeteries und City Park sowie French Market. Wie immer gelang es mir nicht eine Straßenbahn zusammen mit einem Güterzug auf der Hafenbahn aufzunehmen, bzw. nur die Güterwagen mit Straßenbahn. Die Eisenbahnlokführer scheinen immer zu warten, bis die Straßenbahn wegfährt – wenn ein Fotograf wartet… Lediglich die andere Endstelle der Riverfront-Linie habe ich nicht gesehen, mir wurde das letztendlich irgendwann zu teuer (und es wurde auch dunkel). Ich komme gewiss wieder hierher.


14. Tag - Tampa:
Eigentlich wollte ich nach Charlotte fahren, aber als ich bei meinen Recherchen feststellte, dass dort der „Heritage Trolley“ derzeit wegen Stadtbahnbaus nicht fährt, habe ich mir andere Städte in den USA angeschaut, die ich noch nicht kenne. In Florida war ich noch nie, gibt ja auch zu wenige Trolleys dort. Das mein Hotel direkt am Depot hatte ich gar nicht gedacht. Morgens also gleich los und per Tageskarte den ganzen Tag hin und her. Bis zum Mittag war es sehr schön, danach regnete es mitunter und im Hintergrund konnte man dunkle Gewitterwolken und vereinzelte Blitze sehen. Der kleine Betrieb gefällt mir sehr gut. Ein Depotbesuch (um den offenen „alten“ Gomaco-Tw zu sehen, die Fahrer mögen den nicht sonderlich weil man da im Freien steht und es ist ja so warm bzw. schwül in Florida…) hat leider nicht geklappt, weil ich etwas zu spät ins Depot ging und man dort gerade niemanden hatte, der mit mir hätte Rumgehen können. Aber der historische Birney-Tw steht ja immer draußen und ist durch den Gitterzaun gut zu fotografieren, wie auch weitere nicht eingesetzte Tw. Leider scheint es sehr wenig Fahrgäste zu geben auf der Linie und die Fahrer haben ernsthaft sorgen, dass der Betrieb irgendwann wieder eingestellt wird. Dabei wird gerade an einer Verlängerung ins Zentrum von Tampa herumgeplant. Ybor City gefällt mir sehr gut, wie eine amerikanische Kleinstadt aber mit Trolley! Von Tampa selbst habe ich wenig gesehen. Abends besuchte ich mit einem befreundeten Ehepaar das in der Nähe wohnt ein gutes kubanisches Restaurant.

15. Tag - Memphis:
Fast hätte ich Memphis auf dieser Reise nicht gesehen: der Anschlussflug in Atlanta wurde von mir verpasst, da mein gelandetes Flugzeug aus Tampa „stundenlang“ auf der Piste herumstand. In Atlanta kreuzen die gelandeten Flugzeuge zwei Startbahnen, zur HVZ bedeutete dies lange Warteschlangen – vor uns warteten schätzungsweise 15 Flugzeuge. Mein Ziel für den Abend war Little Rock. Als ich dann also mit einem späteren Flugzeug (das erste Ersatzflugzeug viel aus wegen eines Schadens) endlich in Memphis angekommen war, blieben nur 4 Stunden bis zum nächsten Flug. Also schnell das Gepäck aufgegeben und per Taxi zur Straßenbahn. Der Taxifahrer (aus Somalia) hatte überhaupt keinen Schimmer aber ich konnte ihn dann schließlich doch in die Main Street lotsen. Die Hauptlinie und die Ringlinie am Fluss kannte ich bereits von einem früheren Besuch, aber die neue Stadtbahn zum Krankenhaus (eigentlich den Krankenhäusern) an der Madison Avenue war neu. Mittlerweile fahren ja leider alle Tw mit Pantographen. Die Wagen aus New Orleans, die bei meinem letzten Besuch noch staubig in Riverfront-Lackierung im Depot standen, waren im Einsatz und auch ein Neubau-Tw von Gomaco. Das schöne Wetter und die guten Motive entlang der neuen Strecke und ein kurzer Abschlussbesuch am Busbahnhof North End (nahe dem Depot) haben mich dann doch noch versöhnt. Aber den Flughafen Atlanta werde ich künftig meiden.

16. Tag - Little Rock:
Auch das Hotel in Little Rock grenzte fast an die Straßenbahn. Diese kleine Bahn hat mir von allen bisher besuchten „Heritage Lines“ der USA am besten gefallen. Es fahren i.d.R. nur 2 Tw, am Wochenende aber 3 (leider war dafür das Depot geschlossen). Die Fahrer sind sehr interessiert und sehr freundlich zu den Touristen. Einwohner von Little Rock fahren m.E. mit der Bahn gar nicht – zumal auch auf der Ringbahn nur eine reine Touristengegend bedient wird. Ganz anders aber die (als Schleife befahrende) Strecke in North Little Rock. Hier fahren auch nur die Touristen mit der Bahn, steigen aber kaum aus, wenn überhaupt dann direkt am Fluss um das U-Boot zu besuchen oder mit dem Schiff zu fahren. North Little Rock ist eine total tote (aber keinesfalls ’runtergekommene) Kleinstadt. Außer dem Depot gibt es dort nach keinem Geschmack auch rein überhaupt gar nichts. Man ist direkt froh, wenn die Bahn die Straßenbahn die Brücke überquert und die Zivilisation von Little Rock erreicht. Die in den Bahnen angepriesenen Souvenirs des Betriebes gibt es leider nur im Busbahnhof, den die Strab nicht berührt und die Schalter dort waren natürlich am Samstag geschlossen. Die Verlängerung zur Clinton-Library war schon zu sehen, wenn auch noch ohne Oberleitung. Es gibt 5 Tw (alle von Gomaco), wobei zwei relativ neu sind. Einer davon war im Einsatz, der andere steht mangels Platz im Depot in einer Busgarage und wartet auf seinen großen Tag. Bei den beiden neuen Tw hat Gomaco erstmals keine alten Fahrschalter etc. eingebaut, die Technik ist „sichtbar“ moderner. Auch bei Little Rock habe ich mir vorgenommen wiederzukommen! Abends ging es dann per Flieger zurück zu den Freunden in Cincinnati – um noch etwas Kraft zu tanken für den Heimflug.

17. Tag - Arden:
Um mir noch etwas besonderes zu bieten, fuhren mich meine Freunde in das Straßenbahnmuseum Arden bei Pittsburgh. Ich war zwar schon mindestens 5x dort, aber alle anderen Museen sind zu weit weg von Cincinnati. Diesmal war ein Oldtimertag dort, sprich alte Autos und LKWs (und zwei alte Omnibusse) waren ebenfalls zu sehen. Ich fand es war insgesamt leider recht wenig los für so eine besondere Veranstaltung. Es fuhren – wie bei allen meinen Besuchen (so scheint es) der Philadelphia Suburban Tw 66 und der Wagen aus New Orleans. Interessant zu sehen, wie die Wagen ursprünglich in N.O. aussahen, die dort heute verkehrenden „alten“ grünen Perley Thomas-Wagen sind ja auch alle mehrfach umgebaut. Dieser hier hat noch einen Holzaufbau und „Löcher“ in den Sitzbänken früher Schilder zur Rassentrennung eingesteckt wurden – zum Glück sind diese Zeiten vorbei. Neuzugang seit meinem letzten Besuch ist ein Wagen aus Rio de Janeiro, der schon eine Odyssee durch die USA erlebt hat. Er soll einen ähnlichen Wagen ersetzen, den das Museum seit Jahren hat. Letzterer befindet sich in einem erbärmlichen Zustand. Jetzt habe ich in den letzten 2 Jahren schon 5 Rio Tw gesehen (2x Mount Pleasant, 1x Rockhill Furnace und 2 in Arden). Der Philadelphia Suburban Tw 14 stand diesmal draußen (beim letzten Mal in der Halle mit einem Schaden, davor war er noch nicht betriebsfähig gewesen). Man versicherte mir, dass er wohl nicht mehr fahren wird heute, die beiden anderen Wagen reichen völlig aus. Und siehe da, kaum kommen wir mit dem Tw aus New Orleans wieder am Depot an ist der Platz leer und der Wagen macht seine einzige Fahrt an diesem Tag, ohne mich. Muss ich also doch noch ein 7. Mal wiederkommen (ob er dann wohl wieder nicht fährt)… Das stört mich an vielen Museen. Man hat einen langen Anfahrtsweg, kann nur 1x im Jahr dorthin und dann fahren immer die gleichen Fahrzeuge. Aber so ist halt das Leben. Dafür haben wir sowohl auf dem Hinweg als auch auf dem Rückweg wieder einmal im berühmten Mehlman’s Restaurant in St. Clairsville gespeist. Nahe Columbus haben wir dann noch in einem Feld einige abgestellte Straßenbahnen fotografiert, die ein Bekannter meiner Freunde dort lagert (Käufer finden sich für die Rostschüsseln gewiss nicht mehr). Ich wusste gar nicht, dass so viele der PCC-Wagen aus Pittsburgh überlebt haben (z.B. einer der in den 70er Jahren eine flache Front bekommen hat). Er hat auch noch andere PCCs dort aber fast alle in einem mehr als traurigem Zustand. Mindestens zwei 4000er PCCs sind aber auch dort, die wurden ja in den 80er Jahren in Pittsburgh komplett neugebaut. Manche Altbauwagen konnte ich gar nicht identifizieren, auch nicht den Wagenkasten aus Porto. Es wurde zu schnell dunkel. Nächstes Mal müssen wir da mal bei Tageslicht hin, am besten zusammen mit dem Eigentümer.

So, dass war meine Herbstreise in die USA. Zum Glück hat mir mein Knie keine Probleme gemacht. Die Freunde konnten sich noch gut an meinen Krückstock erinnern, den ich im März in Österreich benutzen musste. Die schöne Krücke nach der OP kennen sie nicht, ich brauche sie zum Glück auch seit Monaten nicht mehr. Mal sehen wohin wir im nächsten Herbst fahren. Im März 2007 geht es wieder nach Mailand und Turin, dann nach Salzburg, Dresden, Chemnitz, Jena, Naumburg, Hamburg, Skjoldenaesholm, Bremen, Brüssel und Ostende. In 2008 wollen die Amerikaner gern nach Polen und nach Prag (und wenn die Peter Witt-Wagen in Mailand noch fahren natürlich auch wieder dorthin).

PS: Aus Zeitgründen habe ich über meine Reisen 2007 mit den Freunden aus Amerika bisher nichts niedergeschrieben. Unter http://vdva.wordpress.com habe ich allerdings etwas zur Polenreise 2008 verfaßt.

Samstag, 10. November 2007

BS-Website historisch

Wer einmal Lust verspürt etwas in der Geschichte unserer Website "zu surfen", dem sei folgender Link zu web.archive.org empfohlen. Hier finden sich so manche Schätze wieder (einfach einmal ein Jahr heraussuchen...):

http://web.archive.org/web/*/http://www.blickpunktstrab.net

Samstag, 7. Oktober 2006

Straßenbahn Hamburg

Der BSwebmaster möchte an dieser Stelle etwas Werbung für eine seiner weiteren Webseiten machen:

Auf http://strassenbahn.org entstand eine Webseite, die sich mit dem Thema Straßenbahn Hamburg (und einigen weiteren Verkehrsmitteln - derzeit fehlt eigentlich nur die S-Bahn und die privaten Kleinbahnen) beschäftigt. Fahrzeuglisten, Fotos (es werden noch weitere folgen), diverse gescannte Dokumente/Sammlerstücke und vor allem historische Straßenpläne (die den Verlauf der Straßenbahnlinien zeigen) sind hier zu sehen. Tips und Anregungen werden gern entgegengenommen.

Derzeit befinden sich weitere Straßenpläne von 1905 bis in die 50er Jahre in Bearbeitung, die Scans sind dann in Kürze abrufbar. Bis Ende des Jahres wird der Inhalt der Webseiten auf ein neues bearbeitungsfreundlicheres Layout (ähnlich dieses BS-Blogs) angepaßt werden.

Über Ihren/Euren Besuch würde ich mich freuen! Weitere Websites des BSwebmasters unter: http://www.tra.ms

Donnerstag, 25. Mai 2006

von Mailand bis kurz vor das Höllental

Im letzten Herbst berichtete ich über meinen Besuch bei Freunden in Cincinnati/Ohio. Diese Besuche sind ziemlich regelmäßig: im Frühjahr kommen die Freunde nach Europa (Rundreise per Eisenbahn) und im Herbst machen wir eine kleinere Fahrt in den USA (Rundreise per Auto). Da ich zu meinem USA-Artikel einige Zuschriften bekommen habe, hier nun ein kleiner Reisebericht vom März/April 2006:

Am 14.3. flog ich abends von Hamburg nach Mailand (Malpensa). Ich habe mich am Bahnhof Cadorna verabredet, um mit einigen Freunden aus England und einem BS-Kollegen aus Berlin Essen zu gehen. Am nächsten Tag erfuhr ich aus der kostenlosen Metro-Zeitung, daß es auf der Strecke einen schweren Zusammenstoß (mit Toten und Verletzten) eines der Flughafenexpreßzüge mit einem Lokalzug gegeben hat, ich glaube es passierte kurz nach meiner Fahrt. Die Strecke sollte gem. Zeitung längere Zeit gesperrt bleiben. Den angekündigten Omnibus-SEV für den Rückflug mußte ich nicht nehmen (siehe später).

Ein sehr früher Aufbruch am folgenden Morgen ermöglichte uns eine Mitfahrt mit dem Interurban-Altbauzug, der noch immer wochentags gegen 7.25h von Affori nach Varedo fährt. Die erste U-Bahn fährt für unsere Verhältnisse sehr spät, da ist es mit der Straßenbahn bis Niguarda und dann per Bus schneller (aber ohne großen Zeitdruck) nach Affori zu kommen. Es bleibt immer genügend Zeit die Einfahrt entlang der Schnellstraße vor der Endstation auf Film zu bannen, da an der Endstelle dann umgesetzt werden muß und das Personal meist erst noch einen Kaffee in einer Bar trinken geht, bevor es zurückgeht. Einige meiner Freunde waren zum ersten Mal in Mailand und von der Umsetzaktion und den alten Fahrzeugen natürlich entsprechend begeistert. Sie fuhren mit dem Triebwagen mit, während ich diesmal endlich (und erstmals) einen Beiwagen bestieg. Kurz vor dem Depot Varedo wunderte ich mich dann über den langen Aufenthalt (ich dachte wir würden auf den Gegenzug warten, sah aber kein Ausweichgleis). Auf der parallel führenden Straße hatte sich ein Verkehrsunfall ereignet (drei Autos, 2 davon Totalschaden). Nach 15 Minuten ging es weiter und meine Freunde konnten mir dann berichten, daß unser Zug ein in das Lichtraumprofil etwas hineinragenden PKW erfaßt hat (einer der Freunde ist Straßenbahnfahrer in Croydon und war sich ziemlich sicher, daß es Krachen würde - er hatte durch die geöffnete Fahrertür nach vorn Videoaufnahmen gemacht). Die Wucht des Aufpralls schleuderte den Wagen rückwärts in die Fahrbahn und stieß dort mit einem anderen KFZ zusammen und ein weiterer bislang unbeteiligter Wagen in die Gegenrichtung krachte in diesen. Der Unfallverursachende Wagen sah gar nicht so schlimm aus aber die beiden anderen... Nun, da der Verursacher schnell ausgemacht war (wir hatten ja Vorfahrt) notierten sich das ATM-Personal nur einige Details und den Namen der Straßenkreuzung und fuhr dann weiter ins Depot. In Croydon hätte man die Unfallstelle den ganzen Tag "gesichert" - dort führt jeder Unfall mit Bahnbeteiligung zu einem "Staatsakt" mit "hunderten" von Behörden. Was für ein Glück, daß wir in Italien waren. Am Depot sind wir also in den Regelzug der zur Endstelle weiterfährt umgestiegen und haben am Krankenhaus von Mombello noch einige Fotos gemacht. Den Depotbesuch in Varedo haben wir uns verkniffen, da wir keine Genehmigung der ATM hatten und beim letzten Besuch ohne Genehmigung es ziemlich gedauert hat, bis wir den Depotchef überreden konnten. Ab Affori dann per Bus zurück zur Endstelle der Desio-Überlandtram in Niguarda. Auch für Desio hatten wir keine Genehmigung beantragt (scheinbar ist die auch schwer zu bekommen) und unser Versuch war Erfolglos (letztes Jahr hatten wir dort ebenfalls Glück gehabt). Nun, wir kommen bestimmt wieder und ich kenne beide Depots schon in- und auswendig. Ich wünschte wir hätten mehr Zeit gehabt für Fotos im Straßenverkehr in Desio (dieser soll ja in einigen Jahren durch eine Umgehungsstrecke abgelöst werden), aber für 2007 plane ich eine Sonderfahrt mit einem Altbauwagen und dann klappt es bestimmt auch mit Fotos.

Am Donnerstag wollten wir ursprünglich nach Triest fahren, wußten aber, daß die Tram Opicina gerade modernisiert wird und nicht fuhr. Die Bahnfahrt von Mailand über Venedig hätte uns auch nur wenig Zeit vor Ort gelassen - vielleicht schaffen wir es nächstes Jahr. Da wir im BS schon lange keinen Netzplan von Turin veröffentlicht haben und mir bei vergangenen Besuchen zahlreiche Änderungen aufgefallen sind (das ist reichlich untertrieben), nutzen wir die Zeit für das Erkunden der Innenstadtgleise und -Weichen. Wie immer gab es wieder überraschenden SEV. Am nördlichen Ende der SL4 sahen wir, daß plötzlich einer der dort stehenden Wagen (wir dachten es war eine Probefahrt oder Fahrschule) sich Richtung Unterführung zur neuesten Endstelle aufmachte (Anmerkung: wurde Ende April eröffnet). Für Fotos war er leider zu schnell und auf seine Rückkehr wollten wir nicht warten, durch das Ablaufen einiger nicht befahrenen Strecken hatten wir ziemlich viel Zeit verloren. Abends dann noch ein schönes Essen in unserem Stammlokal (in diese Kette gehen wir in Mailand auch immer: Breck).

Am Freitag dann war es Zeit für unseren jährlichen Besuch in ATM-Depots (wir haben ja regelrecht Freunde dort in der Verwaltung, da wir schon seit Jahren jedes Jahr hinkommen). Diesmal hatte ich mir das U-Bahndepot Gorgonzola ausgesucht. Wir wurden am Bahnhof dort in einem ATM-Minibus abgeholt, da das Depot doch eine ganze Ecke entfernt liegt. Früher fuhren auf dieser Strecke die Überlandstraßenbahnen, die heute noch nach Desio und Limbiate(Mombello) verkehren und waren auch in diesem Depot beheimatet. Für den U-Bahnbau wurde das Deposito natürlich etwas umgebaut, aber es gibt noch einige Gebäude aus der Ursprungszeit. Vor einem ausgiebigen Mittagessen in der Werkskantine (natürlich mit Gorgonzola und Rotwein) sahen wir uns alles an, die für mich interessanten Arbeitswagen (Loks und unzählige abgestellte ATws/ABws) stehen alle im Freien und das Gelände ist recht groß. Zum Abschluß lud man uns ein mit einem U-Bahnzug selbst bis kurz vor den Bahnhof Gorgonzola zu fahren (das Verbindungsgleis dient auch als Testgleis) - nicht sehr lang aber doch ganz spannend für uns, so pendelten wir vor und zurück bis alle die es wollten selbst gefahren sind. Mit dem ATM-Minibus fuhren wir dann zum Straßenbahn Depot Messina. Ich war schon oft dort, aber da einige meiner Freunde noch nicht in Mailand waren, wollte ich zumindest ein Tramdepot für sie anbieten. Nach einer ausgiebigem Rundgang konnte ich den Depotchef überreden, eine kleine Fahrt (im Depot) mit einem der Zweiachs-ATws für uns zu machen. Ich wollte schon immer mal einen für eine Sonderfahrt mieten, aber die ATM hat es bisher immer abgelehnt (hat wohl versicherungstechnische Gründe), nun bei einer künftigen Sonderfahrt wollen wir zumindest einen dieser Wagen unserem Sonderwagen ohne Passagiere folgen lassen. Die Wagen sind innen aber auch wirklich sehr staubig... Anschließend befuhren wir noch allein einige interessante Strecken. Am Abend dann kamen meine Freunde aus Cincinnati aus Rom an. Nun wuchs unsere Reisegruppe von 6 auf 25 an. Bisher sind die Amerikaner immer mitgekommen zu den ATM-Depotbesuchen, aber da diese nur an Wochentagen stattfinden können, paßte der Flugplan nicht. Unsere Berichte zu dem Tag machten die Amerikaner dann doch sehr neidisch, so daß diese nächstes Jahr extra dafür einen Tag früher rüberkommen.

Am Samstag fuhren wir gemeinsam nach Turin um dort unsere erste Sonderfahrt zu machen. Vor kurzem wurde dort eine Straßenbahnmuseums-Organisation gegründet und der Vorsitzende dieser Vereinigung, der auch einer der Tramchefs der GTT ist, begleitete uns auf der Rundfahrt mit Tw 3501. Erstmals bei einer Sonderfahrt hatten wir eine Stadtführerin dabei, die in Englisch die interessante Stadt vorstellte. Aber wir befuhren ja auch viele Vorortstrecken und da gibt es einfach nicht viel zu sehen... Auch ein Buffet und Wasser war erstmals an Bord (bisher haben wir uns immer selbst verpflegt). Nachdem wir nicht alles befahren konnten, was wir geplant hatten (der SEV vom Donnerstag fuhr noch) ging es auf Alternativstrecken. Ein ausgiebiger Besuch im Depot Venaria und später in der Hauptwerkstatt Tortona rundeten den Besuch ab. Zum Schluß wurden wir noch im Depot der Sassi-Superga-Zahnradbahn herumgeführt. Wir haben neue Freunde gefunden in Turin und kommen nächstes Jahr wieder, dann mieten wir den Peter Witt-Tw (auch der Zweiachser soll dann bereits wieder zur Verfügung stehen, das Verbindungsgleis vom Depot Sassi zum Straßenbahnnetz soll in Kürze wieder eingebaut werden). Nach einem Essen wollten wir eigentlich gemütlich zurück nach Mailand, aber es kam anders. Ganz plötzlich und scheinbar ohne (für mich erkennbaren Grund) sprang meine linke Kniescheibe heraus. Per Ambulanzwagen ging es in ein Krankenhaus. Die vielen großen Steinplatten, die man in Italien oft als Straßenpflaster nimmt, und auch die Straßenbahnschienen machten die Fahr zu einer Höllenqual. Nachdem das "Bein" eingerenkt wurde durfte ich nach einigen Stunden "nach Hause". Die Reisegruppe war inzwischen allein nach Mailand zurück und ich mußte mir ein Hotel in Turin suchen, da ich am Sonntag zu einem "Scan" wiederkommen sollte.

Nun nach einigen weiteren Stunden im Krankenhaus konnte ich stark bandagiert nach Mailand reisen. Die Sonderfahrt mit dem historischen Peter Witt-Tw 1503 (Rückbau ohne hintere Tür)verpaßte ich so leider (wir hatten den Wagen aber schon einmal gechartert und nur durch ein Mißverständnis mit den Amerikanern wurde es diesmal nicht der Tw 5137 - den nehmen wir nun in 2007). Wir ich später erfuhr wurden leider nur wenig Fotohalte eingelegt und die von mir sorgfältig ausgesuchten Betriebsstrecken und nicht benutze Schleifen etc. wurden oft ohne Halt durchfahren oder ganz eingespart. Nun, das müssen wir also alles nachholen mit Tw 5137.

Am Montag wollten wir auf dem Weg nach Innsbruck - unser Reiseziel 2006 war ja primär Österreich, Mailand etc. ist immer nur eine kleine Einleitung - solange die Peter Witt-Wagen dort noch fahren und es soll ja wie wir hörten ggf. nur eine einzige "historische" Linie bleiben - ähnlich wie die SL F in San Francisco) - ursprünglich bei der Rittnerbahn einen kurzen Zwischenstop einlegen, aufgrund meiner "Verletzung" haben die Amerikaner entschieden, daß es ausfällt (ich glaube es war eher die sehr frühe Abreisezeit - wir konnten nun sehr viel später losfahren, trotz Reservierung, die wir am Vortag noch schnell gekauft hatten, war der Zug nach Verona total überfüllt und natürlich waren die Sitzplätze nicht reserviert aber zum Glück konnten wir für fast alle Reiseteilnehmer die Einheimischen von den Plätzen vertreiben, die sind es scheinbar gewohnt, daß die Staatsbahn keine Reservierungen aushängt...). Nur zwei Teilnehmer sind dennoch nach Oberbozen gefahren, es soll sich gelohnt haben. Nun, vielleicht fahr ich mit den Amerikanern in 2008 dorthin (ich war ja selbst schon dort), für 2007 haben wir bereits andere Pläne (Mailand/Turin/München/entlang der Elbe/Skjoldenaesholm und Belgien). Abends in Innsbruck sind wir dann noch etwas Straßenbahn gefahren und haben uns ein einheimisches (italienisches...) Restaurant gesucht.

21.3. Dieser Tag war (so meine Freunde aus Amerika) das Highlight unser Reise. Morgens wurden wir am Hauptbahnhof von den Tiroler Museumsbahnen mit einer "Haller" Garnitur (Tw 4 mit zwei Beiwagen und einem Güterbeiwagen) abgeholt. Unser Gepäck verstauten wir im Gepäckwagen, denn am späten Nachmittag wollen wir gleich den Zug nach Wien nehmen, ohne das Gepäck im Hotel abholen zu müssen. Mit zahlreichen Fotostops ging es auf der Stubaitalbahn bis nach Fulpmes. Wir waren überrascht, daß oben noch so viel Schnee lag, aber es war an diesem Tag sehr warm und sonnig - unsere Jacken und Mäntel blieben schnell im Wagen liegen. Das Umsetzen mit "ablaufen lassen" der Beiwagen war sehr interessant. Nach der Rückkehr zum Stubaitalbahnhof ging es gleich weiter auf der SL6 bis Igls. Einige von uns nahmen für ein Teilstück der Strecke den Regelzug, den wir durch ein Rangiermanöver vorgelassen haben, um etwas mehr Fotos oder Videos machen zu können. Unsere Fahrt endete vorerst im Straßenbahndepot. Dort besichtigten wir zuerst die Museumsausstellung der TMB, dann deren Wagenhalle und schließlich das IVB Depot. Der historische Tw 60 (ex Genua) wurde extra für uns herausgefahren, er ist noch nicht wieder für den Fahrgastverkehr zugelassen. Manche aus der Gruppe interessierten sich besonders für die Obusse (die letzten "alten" standen zum Abtransport bereit im Hof). Wir bedanken uns sehr herzlich bei den TMB für eine tolle Sonderfahrt, auch das Zusatzprogramm und das Buffet waren exzellent. Nach einer Ehrenrunde durch die Stadt endete die Fahrt am Hbf. In Wien ging es ausnahmsweise für alle per Taxi ins Hotel (um mein Bein zu schonen). Zu einer Odyssee mit Umsteigen (erst U-Bahn oder Tram, dann Bus) hatten wir einfach keine Lust mehr.

Am Mittwoch fuhren wir per Bahn nach Graz. Eigentlich wollten wir hier nur den ganzen Tag "normal" mit der Straßenbahn fahren, da aber meine Bemühungen für eine Sonderfahrt in Bratislava (Preßburg - siehe weiter unten) ergebnislos geblieben waren, hatten wir hier zuvor noch auf die Schnelle eine kurze Sonderfahrt organisiert. Tw 117 holte uns am Bahnhof ab und es ging - wie immer mit zahlreichen Fotostops - inkl. der beiden nicht regulär benutzten Schleifen beim Jakominiplatz nach Mariatrost. Auch die Schleife am Hilmteich wurde von uns befahren (nicht komplett, aber jeweils bei der Hin- und Rückfahrt mit Einfahrt in die Schleifenzufahrten). Anschließend ging es dann zur Schleife am Zentralfriedhof, da die weitere Strecke dort aufgrund der Verlängerung gerade nicht befahrbar war. Unsere also recht kurze Sonderfahrt endete in der Remise Alte Steyrergasse wir ausgiebig besichtigten. Dann machten wir uns mit der bei der Ankunft bereits erworbenen Tageskarte auf den Weg zur Schloßbergbahn. Am Jakominiplatz verloren wir nach einer kurzen Stärkung einige der Teilnehmer, so daß ich auf diese schließlich an der Talstation warten mußte und mir die Fahrt hinauf schenkte (wie fast alles auf dieser Reise kannte ich sie bereits von früher). Die Rückfahrt auf der Südbahn haben wir wieder sehr genossen - sehr hübsche Landschaft. Das ich in Graz eigentlich den Tw 234 bestellt hatte (warum wir Tw 117 bekommen haben, habe ich nicht herausgefunden), habe ich den Amerikanern nicht gesagt, sie waren aber von dem älteren Wagen sehr begeistert.

Am 23.3. ging es morgens wieder zum Südbahnhof, diesmal war Budapest unser Ziel. Leider mußte einer der amerikanischen Freunde an der Grenze aussteigen, weil er seinen Reisepaß nicht mit hatte - man schickte ihn zurück. Er fuhr also zurück, holte seinen Paß und fuhr erneut Richtung Osten - hat uns aber in Budapest natürlich nicht gefunden... Am Bahnhof Keleti pu trafen wir nun wie verabredet einen Freund aus San Francisco und unseren einheimischen Kollegen Akos. Er hatte über die BKV einen Besuch der Hauptwerkstatt für uns arrangiert. Ich war etwas enttäuscht, das dort so wenig Wagen zu sehen waren. Dennoch war es ein interessanter Besuch, einige "Schätze" sahen wir dann doch. Bevor wir dann mit der U-Bahn zurück in die Stadt fuhren, war noch etwas Zeit für die Wagen aus Hannover, die vor der Tür verkehren. Dann fuhren wir per UV-Wagen nach Buda und landeten schließlich (mit erneuter U-Bahnfahrt, zuvor hatten noch einige der Teilnehmer die Seilbahn erkundet während die anderen an der Donau fleißig UV-Wagen fotografierten) auf der Zahnradbahn. Ein einziger Tag Budapest ist natürlich viel zu wenig, aber er sollte dem Kennenlernen der Stadt dienen - wir kommen gewiß wieder und verbringen dann mehr Zeit dort. Die alte U-Bahn, die Trolleybusse und die Vorortbahnen mußten wir notgedrungen ausfallen lassen. Vor unserer Rückfahrt nach Wien sind wir dann noch etwas SL2 und 24 gefahren, der Gelenkwagenprototyp, den ich auf der SL24 erhofft hatte, zeigte sich aber leider nicht.

Am Freitag mußte ich meine Freunde allein nach Preßburg fahren lassen, mein Knie schmerzte zu sehr (und im Laufe des Tages mußte ich sogar noch einmal kurz dort ins Krankenhaus, hier gab es endlich einen festen "anschnallbaren" Verband für das Bein). Wochenlang hatte ich per Brief und Email und Telefon versucht eine Sonderfahrt in Bratislava zu organisieren, niemand reagierte. Nun, meine Freunde kauften sich eine Tageskarte und erkundeten die Stadt per Straßenbahn und Trolleybus, während ich ausgiebig (aber wohl doch etwas zu intensiv) die Wiener Trams mit EU-Länderflaggen fotografierte. Die Tunnelstrecke in Bratislava war gesperrt und durch einen Verkehrsunfall im Stadtzentrum kam der Straßenbahnverkehr später teilweise zum Erliegen. Trotzdem gelang es der Reisegruppe eines der Depots zu besuchen (es war scheinbar niemand da um die Gruppe am Betreten zu hindern - m.E. war es das Depot im Nordosten, welches wohl nur noch zum Abstellen benutzt wird).

Am Samstag machten wir unsere Sonderfahrt in Wien. Ich hatte hierzu den Schulwagen-Tw GS 6858 ausgesucht mit k6-Bw 1530. Eine ungewöhnliche Kombination, aber ich wollte mal etwas anderes als die üblichen Standardkompositionen. Im strömenden Regen ging es los ab Remise Speising. Zuerst nach Rodaun, dann über Westbahnhof zur Schleife Antonigasse und weiter über die alte SL8 am Gürtel (mit Schleifenfahrt an der Remise Gürtel) und dem Ring schließlich zum Prater (Schleife SL N). Auch die SL21, die ja im kommenden Jahr hier stillgelegt werden soll, bis zur Endstelle Praterkai befuhren wir noch, um dann am Bahnhof Philadelphiabrücke die Sonderfahrt zu beenden. Ein Heurigenbesuch stand dann auf dem Programm. Natürlich hatten wir einige nicht regulär im Betrieb stehenden Schleifen entlang unserer Route befahren und wieder viele Fotohalte gemacht, das Wetter wurde ja im Laufe des Tages immer trockener.

Am Sonntag machten wir uns erneut auf den Weg zur Remise Speising. Heute stand eine Sonderfahrt mit dem Hofsalonwagen der Lokalbahn Wien-Baden auf dem Programm. Nach einer Besichtigung der Museumsremise (aufgrund des Umbaus der Remise Rudolfsheim sind ja derzeit alle "aktiven" Museumswagen beider Vereine hier zusammengezogen) ging es dann nach Baden. Fotohalte konnten wir nur wenige machen, der Wagen ist halt recht langsam und den Planverkehr durften wir natürlich nicht aufhalten. Trotzdem war es eine sehr schöne Fahrt, die mittags an der Philadelphiabrücke für uns endete. Dann fuhren wir per Bahn zur Höllentalbahn nach Payerbach. Dort erwartete uns bereits unser Sonderzug (Tw+Bw+Bw - letzterer ex Badnerbahn) um uns nach Hirschwang zu bringen. Der Museumsverein hat wahrlich ein hervorragendes Programm nebst Besichtigungen, Scheinanfahrten und Verpflegung für uns geboten. Vielen herzlichen Dank dafür, die Fahrsaison hatte ja noch gar nicht begonnen und wenige Wochen zuvor war die Remise noch so eingeschneit, daß die Sonderfahrt dann nicht möglich gewesen wäre. Dieser Programmpunkt auf unserer Reise war für mich der einzig neue, ich war noch nie hier und erfuhr erst dort, daß die Höllentalbahn ja gar nicht bis ins Höllental fährt... Hier möchte ich gern in einem künftigen Sommer noch einmal zu Besuch kommen. Den aus einem Bw zurückgebauten Triebwagen der Lokalbahn Payerbach - Hirschwang zu sehen war ein schönes Wiedersehen, vor einigen Jahren konnte ich ihn im Rohbau in Vorchdorf bei der Firma Stern & Hafferl sehen.

Am 27.3. ging es zurück nach Westen. In Linz bezogen wir unser neues Quartier. Die ursprünglich geplante nachmittagliche Fahrt nach Salzburg ließen wir ausfallen (um mein Bein zu schonen). Statt dessen fuhren wir Tram in Linz und natürlich auch auf den Pöstlingberg. Einige wenige der Freunde waren dennoch nach Salzburg gefahren, speziell auch für die Obusse. Vielleicht holen wir Salzburg mit einer Sonderfahrt in einem der kommenden Jahr nach.

Der Dienstag begann leider wieder sehr regnerisch und mit einer regulären Fahrt mit der Lilo bis Leonding. Hier wartete bereits der historische ET 23.001 (ehemals 25.105) auf uns, der uns nach Eferding brachte. Seit die LILO in den Linzer Hauptbahnhof fährt können die Sonderfahrten mit Altbauwagen erst in Leonding beginnen. In Eferding besichtigten wir die Werkstätte und konnten auch die hier abgestellten Kölner bzw. Köln-Bonner Fahrzeuge begutachten, die jetzt leider nach und nach verschrottet werden. Wir fuhren weiter nach Peuerbach und die Sonderfahrt endete in Neumarkt-Kallham. Bevor wir per ÖBB zurück nach Linz fuhren warteten wir noch auf den Regelzug, um auch einen der Altbauwagen der LILO (eigentlich hier ja NWP) im Einsatz zu sehen. Eine sehr schöne Sonderfahrt, allerdings auch mit wenigen Ausnahmen die feuchteste.

Leider mußte einer der Freunde aus Cincinnati am Vortag ins Krankenhaus in Linz (und blieb dort fast 14 Tage). Der Rest der Gruppe, einige wenige hatten sich schon verabschiedet um noch etwas Schmalspurdampf in Deutschland (Harz etc.) zu erleben. Dennoch war der letzte gemeinsame Tag für die Reisegruppe gewiß der zweite Höhepunkt (nach der Stubaitalbahn). Heute besuchten wir die restlichen Stern & Hafferl-Strecken. Aufgrund des Fahrplans allerdings eine recht mühsame Tour. Wir begannen mit der LVE in Lambach, besuchten die Werkstätte in Vorchdorf, nahmen die GV nach Gmunden, wanderten (ich wäre fast gestorben mit meinem verletzten Knie) entlang des Traunsees zur Straßenbahn und mit der ÖBB letztendlich auf der LH in Haag am Hausruck. Die fährt ja evtl. nur noch in diesem Jahr. Endlich konnte ich auch einmal mit dem ET 24.104 mitfahren. Das Personal war wie immer sehr freundlich und erlaubte sogar "Führerstandsmitfahrten". Mit der ÖBB machten wir uns dann noch auf den Weg zur etwas weiter entfernten VA. Hier hatte ich eine Sonderfahrt gebucht: ET 20.104 mit EB 20.222. Die amerikanischen Freunde waren total überrascht, daß es noch solche "Interurbans" in Europa gibt - in den Staaten sind die ja alle ab den 30er Jahren eingestellt worden. Und die Landschaft ist ja wirklich sehr schön im "Salzburger Land".

Am Donnerstag fuhr die Reisegruppe allein per Bahn nach Rom zurück, um am Freitag gen Heimat zu fliegen. Ich wollte eigentlich noch nach Rom mitreisen und mir dort nicht nur die Straßenbahn und Überlandstraßenbahn anzusehen, sondern auch einmal wieder nach Neapel zu fahren, aber mein Knie mußte nun wirklich dringlich operiert werden und so fuhr ich per Bahn von Linz direkt ohne Umsteigen nach Hause (nun, in Hannover mußte aufgrund eines Todesfalls in meinem ICE dann doch noch umgestiegen werden, gar nicht so einfach mit steifem Bein, Krückstock und Koffer...).

Nach vielen Reisen mit den Freunden aus Amerika war dies wirklich erstmals eine Tour mit sehr vielen Hindernissen (einer der Freunde war in Mailand in der U-Bahn noch bestohlen worden): Zugunglücke, Krankenhäuser, Grenzkontrollvorfälle, Hochwasser... zum Glück sind wir einigen davon gerade noch aus dem Weg gegangen. Trotzdem hat es uns allen wieder sehr viel Spaß gemacht und ich glaube es hat niemand bereut. In 2007 geht es wieder los, bis dahin kann ich gewiß auch wieder normal laufen (nun sind es immerhin schon 6 Wochen nach der OP hier in Hamburg). Ich hoffe, meine Ausführungen waren halbwegs interessant - vielleicht animiert es ja einige, auch einmal eine solche (ggf. ähnliche) Reise zu machen oder die Gastfreundlichkeit der beschriebenen Lokationen kennenzulernen. Für Fragen steht der BSwebmaster wie immer gern per Email zur Verfügung. Meine Freunde aus Amerika lernen auch gern weitere Straßenbahnfans aus Deutschland und aus aller Welt kennen, Gäste sind uns bei unseren Reisen immer herzlich willkommen (die Sonderfahrten und Depotbesuche selbst sind kostenfrei).

Dienstag, 20. September 2005

Von Perley Thomas, Peter Witt und "Orange Alert" in den USA

Die Einführung des neuen BS-Blogs kommt mir gerade recht, schnell über meine Kurzreise von Mitte August 2005 durch die USA (mit Abstecher nach Toronto) zu berichten....

Newark (Tag 1)
Mein Flug von Hamburg führte mich nach Newark (danke, endlich wieder eine Direktverbindung). Bereits zuvor hatte ich mich beim Verkehrsbetrieb NJT um eine Fotogenehmigung für den Newark Subway bemüht. Von Freunden aus den USA hatte ich gehört (und auch im Internet darüber gelesen), daß NJT und einige andere Betriebe aufgrund der Terrorgefahr die Rechte von uns Hobbyfotografen einschränken. Einige Emails ausgetauscht und meinen Reisepaß gescannt und schon hatte ich die NJT-Fotogenehmigung per Email zu Hause - ausgedruckt und mitgenommen. Da ich bis zu meinem Weiterflug nach Louisiana abends nur 6 Stunden Zeit hatte, wollte ich auch nur die "neue" Straßenbahn in Newark besuchen (die "alte" habe ich schon mehrfach besucht). Die neue Stadtbahn in Jersey kannte ich auch schon (auch wenn ich die Verlängerung nach Hoboken noch ein anderes Mal nachholen muß). Die neuen Stadtbahnwagen im Newark Subway sind im Vergleich zu den schönen alten PCCs natürlich ziemlich langweilig. Ausgiebig bei 40° an fast allen oberirdischen Stationen fotografiert. Tageskarten gibt es nicht, aber 10er Karten. Niemand wollte meine Fotogenehmigung sehen...

New Orleans
(immer noch am Ankunftstag) Ankunft im Hotel - per Taxi - kurz nach Mitternacht. Zuhause wäre es jetzt bald Zeit zum Aufstehen...

(Tag 2)

Nach einem guten Frühstück in einem benachbarten kleineren Hotel (viel preiswerter) im French Quarter fast ohne Jet-Lag erst einmal ausgiebig die neuen Canal Linien (Canal - Cemeteries) und (French Market - City Park) abgefahren und fotografiert. Tageskarten gibt es jetzt auch beim Fahrer. Zum City Park fahren nur wenige Wagen (ich meine 3 gezählt zu haben) und die Fahrer haben an der dortigen Endstelle 15-20 Minuten Aufenthalt. Zu den Friedhöfen fahren auch mehr Leute, m.E. mehr Einheimische als Touristen. Die neuen "Elmar von Dullen" Cars (benannt nach dem Werkstattleiter, bei meinem letzten Besuch war gerade der erste Wagen fertig und der CKD-Wagen der heute in Strausberg fährt machte noch seine Runden) der Reihe 2000 haben die Zahlbox hinter dem Fahrer. An jeder Haltestelle dreht sich dieser also herum und beobachtet, wie die Fahrgäste mühsam die zerknüllten Eindollarnoten in den Einzugsschacht legen. Nein, sie versuchen es - schaffen tut es fast keiner (zumindest nicht auf Anhieb). Die Geräte sind sehr empfindlich und prüfen die Echtheit der Banknoten. Am besten nimmt man nagelneue Scheine oder gleich Silbergeld. An einigen stark frequentierten Haltestellen scheint das Ein- und Aussteigen (die Einheimischen steigen fast alle vorn aus, obwohl es "verboten ist" und den Fahrgastfluß einfach nur extrem aufhält) mehrere Minuten zu dauern. Manche Einheimische (gewiß auch Touristen aus den USA) kommen mit ihrem dicken Hintern kaum an der Zahlbox vorbei... Am Nachmittag zum neuen Depot an der Canal Street gefahren und Elmar von Dullen besucht, bei meinen früheren Reisen war er noch im Depot Carrollton stationiert. Der Sicherheitsmann am Empfang sieht meine Camera und findet es leider gar nicht lustig. Intensive Telefonate mit der hauseigenen Transportpolizei und Fürsprache durch Elmer erlauben mir dann aber dennoch den Besuch der Wagenhalle/Werkstatt. Alles super modern und wie geleckt (ganz im Gegensatz zu Carrollton). Die neuen Wagen haben Risse an den Drehgestellen und die Ersatzgestelle sind alle schon eingetauscht. Der Hersteller Brookville arbeitet an einer Lösung. Auch die Motoren und Fahrschalter sind nicht frei von Problemen. Die selbstgebauten Wagenkästen sollen aber (so Elmer) "ewig halten". Schade, Elmer will in Rente gehen. Für den Besuch der Remise Carrollton war leider keine Zeit mehr (die habe ich auch beim letzten Besuch intensiv bearbeitet). Er zeigt mir noch Fotos vom neuaufgebauten Sandwagen ATw 29 (der steht in Carrollton).

Am zweiten Tag in N.O. (Tag 3) ganz in Ruhe die Riverfront Line und St. Charles abgefahren und fotografiert. Am Abzweig der Canal Line zum City Park nimmt man einfach den Bus zur Endstelle der St. Charles Line. Ich würde hier eine Straßenbahnverbindung bauen... Die St. Charles Linie ist wie immer sehr voll, viele Touristen aber auch Einheimische. Da diese alten Wagen keine Klimaanlage haben, lehnt man sich einfach aus dem Fenster. Das wirkte genauso erfrischend wie die klimatisierten Wagen auf der Canal. Mit Fotos auf der St. Charles habe ich mich zurückgehalten, bei meinem letzten Besuch hatte ich schon die ganze Strecke abgelaufen...

Die Palmen auf der Canal wurden von Arbeitern mit Stahlseilen "verankert", fast nur Mexikaner! Das der Sturm und das Hochwasser nur 2 Wochen später alles gesehene "auf den Kopf stellen würde" hätte ich natürlich nie gedacht. Abends Flug nach Cincinnati.

Dayton (Tag 4)
Grund meiner Reise war ja die gemeinsame Fahrt nach Toronto mit Freunden aus Cincinnati. Newark und New Orleans habe ich nur so auf dem Weg mitgemacht, wenn man schon mal da ist...

Die Freunde wollen direkt nach Toronto fahren (mit 2 "Vans"). Bereits vorher habe ich aber zwei der Freunde überreden können, eine abweichende Fahrtroute zu nehmen. Ich wollte unbedingt die nächstgelegenen Betriebe und Museen besuchen, die mir noch "fehlen". Der eine Freund wohnt in Dayton, also holen wir ihn morgens dort ab und bleiben 1-2 Stunden in der Stadt und fahren und fotografieren die Trolleybusse. Manche Linien werden nur mit wenigen Fahrten in der HVZ bedient und sind ansonsten "verdieselt". Einen Depotbesuch konnten wir leider nicht arrangieren, obwohl der Freund dort früher gearbeitet hat - die Sicherheitslage (Orange Alert). Während der Rest der Truppe von Cincy über Detroit nach Toronto fahren sind wir jetzt auf dem Weg nach Pennsylvania. Das Straßenbahnmuseum Rockhill Furnace bei Orbisonia hat am nächsten Tag einen "Members Day" und ich hoffe, daß dort einige Wagen fahren, die sonst seltener zu sehen sind. Ein gutes Motel in der Nähe ist ein guter Ausgangspunkt dafür.

Rockhill Furnace (Tag 5)
Dieses Museum wollte ich schon seit Jahren besuchen, aber ohne Auto kommt man dort nicht hin. Ich war überrascht, wie klein es ist. Die meisten Leute, die dorthin fahren sehen sich zuerst oder hauptsächlich die schmalspurige Dampfeisenbahn an, die direkt nebenan abfährt (und in einem Dreieck im Straßenbahnmuseum wendet). Das Museum ist Untermieter der Dampfeisenbahn und das Hauptgleis ist somit dreischienig. Der Wagenpark ist überschaubar, aber fast alle Wagen die zu sehen sind, sind restauriert und fahrbereit. Auf der Hinweg vom Motel hatten wir schon an der neuen Endstelle (nahe Shade Gap) den Tw aus Rio de Janeiro gesehen und fotografiert. Es war wohl die morgendliche Probefahrt. Ein kleines Museum mit wenig (aktiven) Mitgliedern, also war auch der Andrang an diesem Tag eher gering. Ca. 20-25 Mitglieder versammelten sich und weihten den neuen Toilettentrakt ein und feierten auch die Wiederinbetriebnahme
des Tw 172 aus Porto. Für eine Fahrt mit der Dampfeisenbahn war keine Zeit, der Fahrbetrieb mit den Museumsstraßenbahnen war für mich viel interessanter. Als Highlight am späten Nachmittag dann noch eine Fahrt mit dem "Bullet-Tw" der Philadelphia - Norristown Überlandbahn. Er sieht mit Stromabnehmer (2 Stangen) recht seltsam aus, aber ist der einzige der überhaupt noch fährt und er fährt recht schnell. An der äußeren Endstelle mußten wir dann 15 Minuten warten. Das hängt mit der Stromversorgung zusammen, vielmehr mit der Art, wie der Strom bezahlt werden muß (nämlich nach Abnahmemenge mit Tagesspitzenberechnung, die nicht überschritten werden sollten - ich wüßte nicht, wie ich das besser beschreiben sollte). Abends dann Weiterfahrt nach Kanada (über Buffalo). Ankunft in Toronto um 01.30h morgens! Es ist ein ziemlich langer Weg und aus den Bergen in Pennsylvania heraus gibt es kaum Autobahnen (schon gar nicht von Süd nach Nord). Die anderen Freunde, die direkt nach Toronto gefahren waren, haben an diesem Tag das Museum Rockwood besucht - das kenne ich aber bereits zur Genüge...

Toronto (Tag 6)
Heute das Highlight der ganzen Reise. Einer der Freunde aus Cincy hat in Toronto den einzigen Peter Witt-Tw gemietet. Die TTC gibt ihn nur heraus, wenn man zusätzlich einen PCC und einen modernen CLRV-Tw dazu mietet. Scheinbar traut man den Bremsen des Wagens von 1929 nicht so recht. Der PCC fährt vorweg und dient als Aufprallschutz und der CLRV kann dann notfalls die Gleise "freischieben". Es ist also nicht ganz billig. Leider führte die Sonderfahrt morgens gleich in die falsche Richtung. Fotohalte waren aufgrund des Sonnenstands kaum möglich. Bereits vor zwei Jahren hatten wir mit einem der beiden PCC viele der gleichen Linien abgefahren. Meine Lieblingsstrecken (Long Branch, Harbourfront) wurden leider wieder nicht befahren. Auf Long Branch herrschte am Wochenende auch SEV. Im Peter-Witt-Tw fuhren ca. 50 Teilnehmer, im PCC ca. 10-15 und im CRLV meistens niemand. Die Sonderfahrt war für alle Teilnehmer kostenfrei, durch Mund- und Webpropaganda waren auch einige Einheimische da und ich habe noch einige Freunde aus Detroit, Chicago und Scarborough/Ontario beigesteuert. Nach der 4 1/2-stündigen Sonderfahrt, die auch über die Betriebsstrecke zur St. Clair Linie führte konnte einige Hartgesottene (inkl.mir) dann noch mit dem Witt-Tw zurück in die Hauptwerkstatt fahren, wo der Wagen beheimatet ist. Abends haben wir dann noch einige strecken mit dem Van abgefahren und auch noch einige der Ganzreklame-Tw erwischt (leider nicht alle). Ein Tag Toronto ist natürlich viel zu wenig, aber es war mein dritter Besuch und mehr Zeit war nicht.

Niagara Falls & Buffalo & Pittsburgh (Tag 7)
Auf dem Rückweg nach Cincinnati fuhr ich wieder mit den zwei Freunden einen anderen Weg als der Rest der Gruppe. An den Niagara Fällen trafen wir uns kurz wieder, wir haben aber zuvor noch die Long Branch Linien in Toronto abgefahren (umsonst, der nette Straßenbahnfahrer hielt die Hand über die Zahlbox und lud uns ein - wir hatten auch gar kein kanadisches Geld mit, hatten aber am Vorabend noch zwei "Tokens" geschenkt bekommen für diese morgendliche Fahrt = also als Souvenir behalten). Ich hatte den Zwischenstop an den Fällen angeregt, beim letzten Mal sind wir vorbeigefahren. Die ex Londoner Routemaster Busse (mein zweits Hobby) waren natürlich der Grund, nicht die Fälle. Die sind aber direkt nebenan (also die Hauptabfahrtstelle der Busse ist an den Fällen) so habe ich beides gesehen und fotografiert. Dann ein kurzer Mittagsstop in Buffalo. Die Stadtbahn dort ist ja (verkehrt in der Hauptstraße = Fußgängeeinkaufsrzone) oberirdisch kostenfrei und nur im Tunnelabschnitt muß man bezahlen. Zum Fahren blieb keine Zeit (das hatte ich schon au8f einer früheren Reise zusammen mit einem Depotbesuch erledigt), aber einige der Wagen fahren in neuem Farbkleid und somit lohnte sich die Fototour dennoch. Ein Fotoladen um die Ecke verhalf mir schnell noch zu einer neuen Batterie. Am Spätnachmittag dann Ankunft in Pittsburgh. Einen geeigneten kostenfreien Platz für das Auto zu finden war Anfangs recht schwierig, aber in Beechview klappte es direkt neben der Stadtbahnhaltestelle. Ich dachte in San Francisco gibt es steile Hügel, von wegen! Die Stadtbahn von Pittsburgh war für mich natürlich nicht neu, aber die rehabilitierte Overbrook Linie wollte ich doch sehen (leider ja nun ohne PCC-Wagen). Für Fotohalte war leider keine Zeit, die Fahrpreise machen es leider auch fast unmöglich (es gibt keine Tageskarten und abends kostet es aus der Stadt heraus mehr Geld als in die Stadt hinein). Die Linie hat kaum noch Haltestellen (früher hielten die PCC-Wagen hinter jeder Kurve an), ist also schneller als die Beechview Linie (wenn man nach Library oder Washington Junction oder South Hills Village möchte) und hat entsprechend Fahrgäste. Die neuen CAF-Tw sind bereits im Einsatz (40% CAF, 60% nicht modernisierte Siemens, so mein Eindruck). Von den modernisierten Siemens-Tw fehlte dagegen jede Spur. An der South Hills Junction noch schnell den abfahrenden Pendelwagen der Allentown Linie fotografiert, nach seiner Rückkehr aus der Stadt wollten wir noch damit fahren - leider war es die letzte Fahrt (die Linie wird nur sehr selten und nur in der HVZ befahren). Also für den nächsten Tag eine Mitfahrt geplant.

Pittsburgh & Arden (Tag 8)
Ein Motel nahe Pittsburgh ermöglichte uns einen frühen Start um die Allentown Linie zu fotografieren. Anschließend wollten wir dann noch einmal mitfahren. Kaum zu glauben, auch heute morgen wieder den letzten Einsatz fotografiert und schon entschwand der Wagen Richtung Depot. Wie dumm, daß wir nicht schon gestern den Fahrplan genauer studiert haben. Zumindest einige gute Fotos haben wir ja.... An der South Hills Junction dann noch ausgiebig fotografiert. Als wir damit fertig waren, kommt ein Transportpolizeiauto und erklärt uns (nachdem wir gefragt wurden "what are you doing here"), daß man auf PAT-Gelände nicht fotografieren dürfte. Ich hatte ja zuvor nach eine Fotogenehmigung angefragt, aber keine Antwort mehr vor dem Abflug bekommen. Als höflich entschuldigt für unsere Unwissenheit und weggefahren. Der Polizist meinte "I can see you are no terrorist, but..." - ist halt "Orange Alert" in den USA. Cleveland/Ohio, wo ich nach Buffalo eigentlich auch noch kurz einmal wieder hin wollte, hatte mir gleich zurückgemail: No Photos. Super, dann eben nicht.

Mittags Eintreffen im Straßenbahnmuseum Arden. Ein weiterer Freund aus Cincy fährt dort und wir haben uns die neue Ausstellungshalle angesehen. Bei meinen früheren Besuchen stand viel unter Plane abgedeckt in der Gegend herum, nun kann man sich die reichhaltige Sammlung nicht fahrfähiger Wagen zumindest in einer tollen klimatisierten Halle ansehen, es müssen fast 50 Wagen sein und manche Raritäten darunter. Ich wäre ja gern mit dem Brilliner (Philadelphia Red Arrow) gefahren, der wurde erst im letzten Jahr restauriert, aber leider war er wohl kaputt. Also muß das bei einem künftigen Besuch nachgeholt werden.

Spät abends dann noch einige wenige Fotos in Dayton, als wir diesmal zwei Freunde dort abgeliefert haben. Ich wußte gar nicht, daß die Gebrüder Wright vor den Toren der Stadt ihren ersten Flug machten und heute ist dort eine riesige Luftwaffenbasis mit Museum. Und die ehemalige Überlandstraßenbahn fuhr natürlich direkt am Zaun entlang, wir haben uns noch einige Überbleibsel (zumeist Brücken und Wanderwege) angesehen.

Am Tag 9 ging es nachmittags von Cincy nach Newark und dann ohne langen Aufenthalt direkt wieder nach Hause. Insgesamt recht anstrengend die Reise, aber die neuen Sicherheitsbestimmungen bei der Einreise (inkl. Grenzübertritt nach Kanada und zurück) waren überhaupt nicht zu spüren. Lediglich die Sache mit den Fotoverboten oder Fotogenehmigungen sollte man also vorher gut planen. Ich hoffe, im nächsten Jahr lädt man mich wieder ein nach USA!

Montag, 19. September 2005

Jubiläum in Rotterdam

Das 100jährige Bestehen des elektrischen Straßenbahnbetriebs in Rotterdam war für mich Anlaß nach "Jahren" einmal wieder ein Wochenende dort zu verbringen. Direktflüge ab Hamburg gibt es keine und alle anderen sind so teuer wie Flüge nach New York... Also DB = 6,5 Stunden mit 2x umsteigen - eine halbe Weltreise.

Lange nicht hiergwesen, so mein erster Eindruck an der Centraal Station. Die große Schleife ist weg, eine riesige Baustelle an deren Stelle. Leider fahren ja nur noch die häßlichen eckigen Tw sowie die neuen Niederflurwagen. Mit den "Duewag"-Tw war es schöner... Kaum noch Ganzreklamewagen unterwegs. In allen Straßenbahnen gibt es jetzt Schaffner (die durch den Wagen gehen und auch Tickets verkaufen), abends fahren die meist zu zweit.

Am Samstag morgen vor dem Hotel auf die 5 gewartet - keine gekommen. Nach 20 Minuten einen Bus (5 Tramdienst) in die Gegenrichting fahren sehen, brechend voll. Also scheint die 5 nicht zu fahren (zumindest nicht nördlich des Hbf). Keinerlei Hinweise an den Haltestellen (beide Richtungen) - wohl etwas Temporäres. Daher mit SL8 zum Oostplein gefahren. Die SL1 fährt dort gar nicht (endet am Hbf und verkehrt nur auf dem westlichen Ende) mehr, scheinbar schon seit Monaten. Mit der roten Metro zwei Stationen zur SL7 und dann zur Schleife Woudestein. Auch dort natürlich keine SL1, dafür aber Minibusse als SEV. Die bereits neu verlegten Gleise für den Abzweig der SL1 sollen (wie ich später hörte) zu dicht liegen, daher werden diese wohl nochmals neu eingebaut werden müssen. Einsetzer aus dem Depot Kralingen fahren hier ins Netz.

Anschließend Ab Bahnhof CS die neuen SL 23 und 25 abgefahren. Schöne Fotomotive, wenn mehr Zeit gewesen wäre. Die Endstelle der 2 Groene Tuin ist auch neu (für mich). Die alte (lange nicht benutze Endschleife dort) war aber m.E. woanders. Ja, tote Gleise im Vorbeifahren entdeckt.

Anschließend Schleife Marconiplein (via SL4). Bei meinem letzten Besuch war es eine riesige Baustelle, Metroverlängerung. Und heute ist es immer noch (oder schon wieder) Baustelle, diesmal Straßenbahn und Straßenumbau. Auf den Linienplänen fährt die SL4 gar nicht bis hier, aber in Wirklichkeit schon... Sehr seltsam.

Bis auf die SL29 (Stadion) am Sonntag fahren auf dem südlichen Netz nur Niederflurwagen (ich ärgere mich noch heute, daß ich die Wiener Wagen dort verpaßt habe). Im Depot dort sind scheinbar zahlreiche 700/800er-Wagen abgestellt (sehr eng zusammengeschoben und teilweise mit seltsamen Liniennummern - z.B. 18).

Die neue "rote" U-Bahnlinie durch den Tunnel fuhr bei meinem letzten Besuch noch nicht, also diesmal nachgeholt. Interessante Strecke. Der Hafen und die Umgebung hat noch viel Platz für Expansion. Zurück zum Marconiplein und Bereisung der westlichen SL1. Zu meiner Überraschung fährt diese nur bis zum Gleisdreick nördlich von NS Schiedam Neuwland. Gutes Fotomotiv. Dem Fahrpersonal dienen die Büsche als Toilette, die aufgestellten WC-Buden waren wohl voll...).

Am Sonntag soll um 12.00h die Tramparade mit 19 historischen Wagen ab Remise Hillegersberg losfahren. Vorher noch einmal schnell alte Erinnerungen an der hübschen Endschleife Molenlaan der SL4 aufgefrischt (mir fehlen echt die "Duewag"-Tw, aber auch die neueren Wagen kann man da morgens einfach nicht gut fotografieren). Am Depot nicht viel los, drinnen stehen die geschmückten Wagen. Schade, daß es keine Linie mehr zur Hauptwerkstatt Kleiweg gibt - ich frage mich auch warum man besonders im "westlichen" Stadtzentrum so viele neuverlegte und überhaupt nicht benutze Strecken vorhält. Zurück mit der SL4 Richtung Stadt und ein geeignetes Fotomotiv für die Parade(nausfahrt) gesucht (und gefunden). Am Kruisplein zufällig zwei Freunde aus England getroffen, mit denen dann rechtzeitig zur Ausfahrt der Parade zurück zum Fotostandort (leider nur einen für die türloseseite gefunden, dafür Sonne). Der Blumenschmuck ist zwar nett anzusehen, erninnert aber etwas an ein Begräbnis (oder eine Stillegung ... nicht war, Rolf!). Der Tw 2005 als letzter darf hier gar nicht fahren, er stöst wohl später dazu.

Mit der SL8 in die Nähe des Aufstellplatzes Willemsplein gefahren. Dort tummelten sich die Menschenmassen und begafften von 12.30 bis 15.30h die ausgestellten Wagen (Tw 2005 hatte sich mittlerweile eingefunden). Viele Schatten und noch mehr Leute, also keine gute Fotomöglichkeit (mir fehlen ja noch die Beiwagen, die hatte ich vorher nicht aufnehmen können). Die SL5 war so lange zum Euromast umgeleitet (auf dem Ziel stand "Parksluizen", der Name taucht aber nirgends auf RET-Plänen auf, außer mir wollte da auch scheinbar niemand hinfahren). Leider sind die modernen Niederflurwagen so lang, daß man sie in der Schleife dort nicht komplett aufnehmen kann. Also zurück in die Stadt und Fotohintergrund gesucht für die eigentliche Tramparade, die ab 15.30h stattfinden soll. Die Wagen waren bumsvoll und ich habe die Zweirichtungswagen hier nördlich des Eendrachtsplein lieber von hinten aufgenommen (und somit auch die Bw erwischt) - ohne Blumenschmuck! Kaum war die Parade vorbei war auch die Sonne wieder da...

Aus Zeitgründen konnte ich weder mitfahren noch weitere Fotos machen. Insgesamt eine ganz nette Veranstaltung. Mir fehlten von den historischen Wagen Rotterdams noch einige in meiner Diasammlung, daher (gut, Geld spielte auch eine Rolle) bin ich nicht zum Jubiläum nach Prag gefahren. Auch den "neuen" Hamburger Straßenbahnwagen am Schönberger Strand, der am Sonntag dort wieder in Betrieb genommen wurde, muß ich mir ein anderes Mal ansehen. Die nächste Reise nach Holland ist in 2006, wenn der Nationale Straßenbahnmuseumsverein sein Jubiläum groß in Amsterdam feiert (mit Parade auch auswärtiger und ausländischer Wagen).

Sonntag, 11. September 2005

AHN-Tagung 2005

Vom 7.-10.4.2005 fand in Bremen die 17. Tagung der „Arbeitsgemeinschaft Historischer Nahverkehr“ statt. Die Veranstaltung wurde organisiert von den „Freunden der Bremer Straßenbahn e.V.“ Bis zu 130 Teilnehmer verschiedener Organisationen (Straßenbahnvereine und Museumsvereine aus Deutschland und weiteren europäischen Ländern) diskutierten u.a. folgende Themen:

- Grundsätze von Fahrzeugrestaurierungen (Gerhard Voss, Stuttgart)
- Wozu historischer Fahrbetrieb (Dr. Nikolaus Niedrich, Stuttgart)
- Historischer Fahrbetrieb für „normale Menschen“ – Besondere Angebote (Marco Burtchen, Bremen)
- Kooperation zwischen Vereinen und Verkehrsbetrieben bei der Vermarktung und Durchführung historischer Fahrten (Jens-Christian Meyer, BSAG Bremen)
- Kleine Spurweiten mit großer Perspektive (Jürgen Puchert/Christoph Rudhard, Magdeburg)
- WWW-Auftritte für Vereine (Carsten Kathmann, Bremen)
- Copyright von Wort und Bild (Rolf Hafke, Köln)
- 50 Jahre Straßenbahnmuseum in Crich (David Senior, Crich)
- Wir Straßenbahnfreunde und der Rest der Welt – Gedanken zu Öffentlichkeitsarbeit (Martin Schnider, Zürich)
- Die Ausstellung Straßenbahnen der Welt im historischen Straßenbahndepot St. Peter – Eine Entstehungsgeschichte (Wolfgang Klemm, Nürnberg)
- Buchpreiskalkulation (Rolf Hafke, Köln)

Zusätzlich stellten sich die Bremer Straßenbahnfreunde vor, die BSAG und auch die Ausrichter des 19. Treffens (Tramway Museum Graz). Sonderfahrten und ein Besuch der Servicewerkstatt der BSAG rundeten das Programm ab. Im nächsten Jahr trifft man sich in Rostock.

Das Treffen ist immer eine hervorragende Gelegenheit, Gedanken und Ideen zum Thema Straßenbahn, speziell natürlich zur Erhaltung, Restaurierung und letztendlich auch zum Gelegenheits- oder gar Regelverkehr mit historischen Trams auszutauschen. Wie die Gespräche und die Diskussionen zeigen werden viele Dinge von jedem Verein anders oder mit einer anderen Priorität angegangen. Die letztendlichen Ziele sind natürlich oft unterschiedlich, der ideale Weg dorthin aber für fast alle der gleiche. Schade ist es, dass nicht alle Vereinigungen an diesem Treffen teilnehmen. Es werden auf der AHN-Tagung keine weisen Ratschläge erteilt, vielmehr gilt „wie macht Ihr das?“ oder „wäre das nicht etwas für Euch?“ und die Museumsbesucher oder -Fahrgäste werden das Resultat dankbar feststellen. Die Teilnehmer der diesjährigen AHN-Tagung haben wieder viele Anregungen mitgenommen, die gewiss hier und dort erfolgreich umgesetzt werden. Für mich als „Abgesandten“ von BS, der ja zugleich BS-Webmaster ist und auch eigene Webseiten unterhält, waren besonders die Vorträge zum Thema Internet, digitale Bildbearbeitung und natürlich auch das Urheberrecht von Interesse. Zu letzterem Thema hat VdVA-Vorstand und BS-Mitarbeiter Rolf Hafke umfangreiche Recherchen angestellt, die er auch gern allen Interessierten kostenfrei per Email zur Verfügung stellt: mail-a@overground.org. Diverse Diskussionen in verschiedenen Webforen zeigen gerade aktuell, dass das Thema Copyright im Zusammenhang mit dem WWW und auch Publikationen „sträflich“ missbraucht wird. Dies hindert sicherlich immer mehr Straßenbahnfreunde Fotos „zu veröffentlichen“…

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